Ein Bericht von Achim Kaufmann

Ötztaler Radmarathon6.20 Uhr: Wir, das sind Ragnar, Dario, Jörg, Thomas und ich, standen gut gekühlt mit ca. 3800 Mitstreitern bei +4° C im Startblock, etwa in der Mitte und warteten auf den Startschuss. Ein Hubschrauber kreiste schon und zog diverse Dinge in die Luft, ein Riesen Trikot und ein sehr großes Rennrad. Was sich sonst noch alles vor dem Startblock so abspielte bekamen wir gar nicht mit, zu lang zog sich das Starterfeld dahin.

Ötztaler RadmarathonEndlich ging es los, schnell die Jacke noch abgegeben und dann Richtung Ötz, 32 Km bergab. Die Kälte kroch in die Füße, trotz langen Handschuhen hatte ich Eishände. Nach der ersten Tunneldurchfahrt lag der erste Mitstreiter auf dem Asphalt, ein blutiges Gesicht, Rad kaputt, ein jähes Ende.

Meine Radfreunde waren mittlerweile alle an mir vorbei. Ich blieb immer schön im grünen Bereich, wollte doch nur locker durchkommen.Vor mir lag dann endlich der Kreisverkehr in Ötz mit dem Hinweisschild Kühtai, trotz kalter Finger wechsele ich die Handschuhe, kurze fuhren sich im 18.5 Km langen Anstieg hinauf auf den Kühtaisattel einfach besser.

Im Anstieg war es eng, das Fahrerfeld noch dicht zusammen, aber mir wurde schön warm. Es lief gut, das Training an der Luise sollte sich heute noch auszahlen.

Auf der Straße lagen Handschuhe, Energieriegel, Windjacken und Westen, alles was so im Renngeschehen verloren ging und die Zeit und der Platz zum Aufheben fehlte.

Nach etwa 9 Km auf einmal ein Stau, gerade im 18% igen Teil. Eine Baustelle mit Engpass, absteigen und kurz geschoben. 3 Minuten die Beine vertreten und schon ging es weiter. Kehre um Kehre und Meter für Meter. Wir kamen an die Baumgrenze, Raureif auf den Almwiesen. Braune Kühe mit Glocken um den Hals und plüschigen Ohren schauen teilnahmslos durch die Gegend und standen teils mitten auf der Straße herum.

Etwas Später erreichte ich die erste Labstation nach 51 Km auf 2020 Meter Höhe.

Eine kurze Pause, Handschuh Wechsel und runter ging es in die Abfahrt. Noch einmal wurde es bitter kalt, zum Glück hatte ich mich am Morgen für Knielinge entschieden.

83,7 zeigte mein Tacho, für mich als lausigen Abfahrer echt gut.

Je tiefer es ins Tal ging desto wärmer wurde es.

Als das Tal erreicht war, fuhren wir auf der alten Passstraße Richtung Brennerpass. 770 Hm waren bis dahin zu überwinden. Das Tempo in der Gruppe war jetzt gemäß dem Spruch: überziehst du am Brenner, leidest du am Jaufen und stirbst du am Timmelsjoch.

Also radelten alle recht entspannt weiter, zur linken das Inntal. Dann ein paar kleinere Wadenkneifer, Anstiege von 12%. Nach 127 Km war die Labstation Brenner erreicht.

Kurz essen und die Flaschen auffüllen dann ging es in die Abfahrt, Richtung Italien. Es war jetzt mittlerweile angenehm warm. Die Straßen waren breit und bis nach Sterzing am Fuße des Jaufenpasses waren es nur 19 Km.

Den Jaufen ging es dann gleichmäßig mit durchschnittlich 7.6% Steigung 15.5 Kilometer Berg auf. Ich fuhr in meinem Rhythmus an vielen Radlern die mich in der Abfahrt überholt hatten wieder vorbei. Es lief sehr gut, meine Beine waren noch frisch und ich freute mich schon jetzt sehr auf das Timmelsjoch. Ich genoss die beeindruckenden Aussichten und die vielen Berggipfel. Denn vor dem Ötzi war ich noch nie mit dem Rennrad in den Alpen, so schöne lange Anstiege hatte ich auch noch nicht.

Nach 15.5 Km und einigen Kehren war die Passhöhe von 2090 m erreicht. Eine wirklich tolle Aussicht. Passend zur Aussicht gab es eine Pause und Leckereien an der Labe. Und sogar eine Massagebank, für müde und verkrampfte Beine. Nichts für mich.

Anschließend ging es in die Abfahrt, viele Kehren mit teils sehr schlechtem Straßenbelag. Eine Kehre unter mir fuhr der Rettungswagen mit Blaulicht ab. Vorsicht war geboten. Die nicht enden wollende Abfahrt bei schönstem Wetter ging bis St. Leonhard. Dort begann bei 32°C der 29 Km lange und schönste Anstieg des Rennens zum Timmelsjoch. Die Passhöhe liegt auf 2509 m.

Es waren schon viele gequälte Gesichter zu sehen, zwischen Mos und Schönau wurden die Schieber auch mehr. Für einige endete dort der Traum vom Finisher.

Die schöne Aussicht und die vielen Radler die ich hinter mir ließ zogen mich regelrecht immer höher, ein wahrer Genuss.

Schließlich war der auch der letzte Gipfel erreicht, nach dem folgenden Tunnel zog ich erst mal wieder die Armlinge an, es wurde frisch.

Als letzter Wadenkneifer war nun nur noch die Mautstation auf der Strecke, die letzten 220 Höhenmeter. Das Ziel Sölden war nahe. Gut gelaunt und zufrieden den Ötzi geschafft zu haben rollte es ins Ziel. Wir kamen alle gut im Ziel an. Ragnar als schnellster, trotz dreimonatiger Trainingspause, alle Achtung!!

Es waren viele Zuschauer an der gesamten Strecke die uns anfeuerten. Zu Trinken und zu essen gab es an den Labestationen auch genug, wenn man denn anhielt.

Im Anschluss ließen wir den Ötztaler mit der Nudelparty und jede Menge Spaß ausklingen.

Nächstes Jahr gibt es den 30. Ötztaler Marathon, wer kommt mit? Es lohnt sich!

Auf www.oetztaler-marathon.com gibt es noch mehr Bilder zu sehen.

Unsere Zeiten:

Ragnar   9:07.47,6 
Jörg RSV Gütersloh  9:13.42,4
Dario   9:44.28,4
Thomas 10:50.36,9
Achim  11:09.08,3


Genächtigt haben wir in der Pension Karl Rimel direkt am Zielbereich an der Freizeitarena in Sölden. Wo uns Rimels Karo mit Äpfeln und Obstler am Anreisetag empfing. Sie ist übrigens Radlerin im Radclub Ötztal (urc-oetztal.at ) und hatte für Ragnar und mich, da wir ohne Alpen- und Passerfahrung waren, noch den ein oder anderen Tipp für den Ötzi. In Sölden gab es auch die feinsten Räder zu sehen, an Sportgeschäften mangelte es nicht.

Wir hatten ein echt tolles Radsport Wochenende im Ötztal.

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