Ohh nee. Was kommt denn jetzt schon wieder? (Augenverdrehen). Saisonauftakt? Wieso? Ist denn schon wieder März oder was?

Keine Panik. Noch sind etwa vier Wochen Zeit, um sich mental auf den Start der RTF-Saison 2011 vorzubereiten.

Also was soll nun dieser Bericht?

Der Verfasser dieser Zeilen konnte es mal wieder nicht aushalten. So, wie viele in NRW und den angrenzenden Bundesländern. Und wie es bei einer immer größer werdenden Anzahl von ambitionierten Wanderfahrern der Fall ist, wird in den Wintermonaten das Rennrad gegen ein Crossrad und schlimmer noch gegen ein MTB eingetauscht. Und dann werden Country Touren Fahrten bestritten. Z.B. solche im Rahmen der WWBT (Westfalen Winter Bike Trophy).

So eine Veranstaltung führte der RSV Hansa Soest am Samstag, den 12. Februar 2011, mit dem Namen "1. RCTF um den Möhnesee" durch. Startzeit ab 10:00 Uhr.

Freitag "Klotten" gepackt. Wecker auf 7:00 Uhr gestellt. Der Wetterbericht sprach ja von "leichtem Regen". Wetter schien bei den milden Temperaturen o.k. zu sein. Samstagmorgen um kurz nach sieben aufgestanden. Blick aus dem Fenster. Trocken! Super! Also fertig machen. Frühstücken. Statt 8:00 Uhr eine Viertelstunde später abgefahren. Ist auch gut.

Auf die A2 Richtung Dortmund. Weiter trocken. In Rheda von der Bahn auf die Bundesstraße Richtung Lippstadt bzw. Soest. Auf der Mitte zwischen Rheda und Lippstadt fängt es leicht an zu schneien. Auch gut. Schnee immer noch besser als Regen!

Ab Lippstadt kommt der Regen. Temperatur: angenehme 4 Grad (Celsius). Naja, der Wetterbericht für Soest hat ja leichten Regen angesagt ...

Soest ist in Sichtweite. Hier scheint irgendjemand was missverstanden zu haben. Dauerregen. Etwas stärker.

Es stellt sich die Frage: Umkehren? Da überholt mich ein Kombi mit 2 Crossrädern und einem MTB auf dem Dach. Mit Herforder Kennzeichen. Nee, was die können, kann ich schon lange. Also bleibe ich dran. Wie die wohl gucken, wenn sie sehen, daß sie den Bielefelder immer noch im Schlepp haben.

Möhnesee-Günne: der Startort ist erreicht. Wieviele haben sich wohl hier hin verirrt? Wahrscheinlich zwei bis drei Dutzend. Jedoch ... hmm, wenn schon welche aus Herford hier anreisen?

Also frage ich später nach: dreihundertfünfzig Radsportler aus ganz NRW, Hessen und Niedersachsen sind angereist.

Die Herforder entpuppen sich als die üblichen RTF-Verdächtigen vom RTC Kirchlengern.

Anmeldung: Ja, ich bin BDR-Mitglied. Ja, ich habe eine Wertungskarte. Ach so, ich muss trotzdem die Meldekarte ausfüllen, auch wenn auf der Karte steht "Nicht für Wertungskarten-Fahrer"? Nein, ich will nicht sechs Euro zahlen. Ja, ich bin im BDR. Ja, ich zahle vier Euro.

10:00 Uhr: Start. Klinke mich in eine Gruppe von ca. 10 Leuten ein. MTBler sind sonderbare Leute. O.K.: Wer im Glashaus sitzt ... Bald fahre ich wieder alleine.

Nach fünfzehn Minuten sehe ich so aus, wie kein Hausschwein in seinem kurzen Leben aussehen möchte. Immer mal wieder sehe ich „Leidensgenossen", die auch einen feinen braun-grauen Teint haben.

Nach einer halben Stunde habe ich meine „Betriebsnässe" erreicht. Mehr nass geht nicht. Nach zwei Stunden bin ich so durchfroren, dass ich die Schnau...e so voll habe, wie lange nicht mehr.

Und doch fahren wir (immer mal wieder in einer spontanen Gruppe) tapfer weiter und suchen unseren Weg. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn eifrige Förster und Jagdpächter sammeln gewissenhaft RTF-Schilder ein.

Oder, oh wie witzig, hängen die Schilder um. Selten so gelacht. Laut pfeifend und mit Armen und Beinen kreisend machen wir uns Mut und versuchen ein wenig warm zu werden.

Und wirklich: Wir finden alle Kontrollen!

Pardon, ich vergaß: bei der Streckenteilung 19 vs. 31/ 46 habe ich die Option 31/ 46 gezogen.

Ob das wohl richtig war? Nach einer rasanten Abfahrt stehen wir nun zu dritt vor einem klassischen Fahrradwegweiser (nee, kein RTF-Schild). Fünf Kilometer noch bis Günne (Start/ Zielort).

Doch wo ist das RTF-Schild? Ach ja, da ist es ja. Unter den „permanenten" Schildern. Ach so, Streckenteilung 31 vs. 46 Kilometer. Bis hier hin habe ich mich durchgekämpft. So, nun gebe ich mir den Rest. Noch läppische 20? Kilometer.

Rechne einmal, rechne zweimal. Es bleiben 20. Durch die Rechnerei bin ich auf der asphaltierten Straße entlang des Möhnesees mit Wanderfahrer-Geschwindigkeit gut vorangekommen. Nein, ein Zurück gibt es jetzt nicht mehr. Also voran.

Leider geirrt. Auf den letzten zehn Kilometern geben die Veranstalter noch mal alles, was es an glitschig, rutschig, schlammig, tiefem Boden, unbefahrbarem Weg so möglich ist. Und dann lerne ich noch eine wichtige Gelände-Lektion, als mich ein MTBler überholt, während ich versuche nicht vom Rad in den Schlamm zu fallen. Meine Jonglierkunststücke beeindrucken ihn überhaupt nicht.

Der Kollege hat von Verdränger- auf Gleiterfahrt umgestellt. Was das ist? Wenn du beim Motorbootfahren ordentlich „Most machst" und der Rumpf des Bootes sich aus dem Wasser hebt und auf dem Wasser gleitet, dann nennt man das Gleiterfahrt.

Ergo: „Most machen". Und statt Jonglieren durch den Morast heizen. Das ist die Lösung. Nach diesem Anschauungsunterricht ist die Tour zu Ende. Bin schon – endlich – da.

Vor der Dusche noch eine kleine Diskussion mit der Meldestelle. Ja, die von oben. Mit der Meldekarte.

Dialog: „Kannst die Punkte auf die Wertungskarte kriegen. Wenn du unbedingt willst." „JA. ICH WILL!!! DANKE!!!"

Dann noch eine heißen Mannschaftsdusche ( 3 Duschen für 300 Männer, die Frauen haben es wegen des Minderheitenschutz besser: nur ca. 50 Frauen auf 3 Duschen) geht es zurück.

Ach so, Soest ist in der Nähe. Mache noch einen kurzen Abstecher da hin und erlebe wieder eine Episode mit meiner heutigen „Lieblingsfarbe Braun". Warum und was es damit auf sich hat, erzähle ich euch ein anderes Mal.

Also, wer von euch mal auf einem Samstag im Februar bei strömenden Regen und plus 4 Grad Celcius Langeweile hat und wen der Hafer sticht, dem empfehle ich eine der landschaftlich schönen Strecken einer (R)CTF.

Wenn ihr mich jetzt fragen würdet – was ihr ja nicht tun wollt – ob ich den Spaß nochmals machen würde.

Hier meine Antwort: JA!!!

In diesem Sinne

bravo

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