TdW03Was macht man, wenn man keine Kartoffeln mehr zu Hause hat?

z.B. nach Hitzacker an die Elbe fahren und sich mit vier zackigen Strampeleinheiten ein Säckchen schmackhafte Erdäpfel verdienen?!?

Gesagt, getan – einmal „Tour de Wendland“ bitte!

Aber schön der Reihe nach:

 

Unbekannt war mir die Tour nicht, bereits in 2018 und 2015 war ich dabei. Wie schon im letzten Jahr kam auch Lars wieder mit.

Los ging‘s am Folgetag des Kölken-Cups, also Freitag den 12.7. Die 3-tägige Tour mit ihren 4 Rennen beginnt standesgemäß abends mit einem Prolog-Zeitfahren über 7 km auf der hügeligen Elbuferstraße mit einer steilen Bergankunft auf dem Kniepenberg. Auch der Start hat es schon in sich, es geht ziemlich direkt nach der Startrampe eine kleine Welle rauf, deutlich ausreichend um genug Laktat auf den ersten Metern in die Beine zu pumpen. Dummerweise fing es dann direkt auf der ersten Kuppe an zu regnen. Dank weniger schwierigen Kurven konnte man trotzdem ein recht hohes Tempo auf der nassen Straße fahren. Der Schlußanstieg kostet dann noch mal das letzte bisschen Kraft (auch mental), man rast aus einer Abfahrt regelrecht in die steile Wand des Kniepenbergs, schlagartig hat man das Gefühl wie ein Eimer zu stehen, die kleinste Übersetzung von 53/23 lässt keine lockere Frequenz mehr zu.

Der Regen blieb, also fix zurückrollen zum Startbereich, bzw. Hotel und warme Dusche. Zum späten Abend gab‘s dann erst online die Tagesergebnisse: mit dem zweiten Platz hinter Seriensieger Tino Beck hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

TdW02Samstag Vormittag: 6 Runden á 20 km standen auf dem Programm, auch der Kniepenberg befand sich wieder auf der Strecke, aber zum Glück von der anderen Seite hochzufahren, die deutlich angenehmer ist. Und so sammeln sich auf dem welligen Kurs dann mal über 1200 hm an. Leider war Lars gesundheitlich angeschlagen und ist morgens nicht mehr an den Start gegangen, was mich dann zu einem weiteren Einzelkämpfer im Feld machte, in dem auch einige Teams mitfuhren. Schon nach einer halben Runde versuchten die ersten Fahrer Attacken zu setzen. Da hieß es Ruhe bewahren, einfach mit dem Feld hinterher, recht aussichtslos so früh im Rennen für Ausreißer, zumal sich auch nie eine anständige Gruppe formierte. Die 20 km Runde verlief auf den ersten 10 km auf einer fast flachen Landstraße, mit leichten Wellen, und natürlich Gegenwind. Zu Beginn des Flachstücks wurde im Feld immer gerne etwas getrödelt und an Flaschen und Gels gelutscht. Das veranlasste mich dann auf Runde 4 dazu selber mal einen Ausreißversuch zu wagen, auch in der Hoffnung dass noch ein paar starke Fahrer mitgehen. Dummerweise kam niemand mit. Die Lücke wurde schnell so groß, dass ich anfangs dachte so durchziehen zu können. Aber an den leichten Wellen im Gegenwind bemerkte ich dann, dass das Feld den Abstand dann aber nicht mehr größer werden ließ. In Anbetracht der noch bevorstehenden 50 km musste ich dann zähneknirschend rausnehmen und mich wieder einholen lassen. Ab Runde 5 wurde es dann zunehmend hektischer. Einige Attacken sahen für mich gefährlich aus, so dass ich meist versuchte mitzugehen. Einmal eigentlich optimal, mit 4 Mann vorne raus, 2 Fahrer aus einem 8-köpfigen Team dabei. Nur als ich aus meiner Führung ging, waren die Jungs hinter mir weg! Ärgerlich für mich, aber sie wollten wohl ungern einem direkt vor ihnen Platziertem „helfen“. Auch die letzte Runde war von ständigen Antritten und Rhythmuswechseln geprägt. Ich versuchte immer schön im vorderen Bereich zu bleiben um schnell reagieren zu können. Eine eigene harte Attacke hätte ich nicht mehr setzen können, der Fluchtversuch und das ständige Nachsetzen hatte mir zu viel Körner gekostet. Das Feld wurde bei einem Gesamtschnitt von über 39 km/h zwar deutlich dezimiert, aber keine Gruppe konnte sich bis zum Ziel absetzen, so kam es an der letzten Welle hinauf zur Ziellinie zum Sprintentscheid. Dabei kam es mir nur darauf an mit der Gruppe ins Ziel zu kommen und entsprechend keine Zeitverluste einzufahren, was dann auch geklappt hatte.

Ab ins Hotel, frisch machen, Energiespeicher füllen und den Wagen laden für das Abendkriterium.

TdW01Samstag Abend: Das Kriterium auf einem 1,5 km langem komplett flachen Stadtkurs wurde in Lüchow ausgetragen, ca. 25 Autominuten von Hitzacker entfernt. Der Kurs ist gut befahrbar, die Kurven nicht kritisch. Der angekündigte Regen war vorher über die Stadt gezogen und die Strecke zum Glück schon beim Warmfahren wieder trocken. 30 Runden mussten gefahren werden, also gesamt noch mal 45 km. Die 120 km vom Vormittag signalisierten die Beine schon beim Warmfahren, aber so ging es ja allen. Nach Runde 10 gab es Geldprämien für die ersten drei Fahrer, nach Runde 20 Zeitbonis (30 Sekunden, 20 s und 10 s) und zum Zielsprint noch mal Geldprämien. Erfahrungsgemäß wird dieses Rennen durchgängig in hohem Tempo gefahren, mit nur ganz wenigen Ruhephasen. Der Tacho sollte nachher ein Durchschnittstempo von 41,3 km/h anzeigen! Mein Ziel also wieder mit der ersten Gruppe reinkommen und möglichst nicht die falschen Leute die Zeitbonifikationen abräumen lassen. Am Anfang lief es aber nicht so richtig, ich rollte nur am Ende der Hauptgruppe mit, an Führung nicht zu denken. Die erste Sprintwertung lief an mir vorbei. Irgendwann hat es mich dann doch nach vorne gespült und ich versuchte bis zur Zeitboniwertung weit genug vorne zu bleiben. Das klappte dann leider nicht so, auf der Zielgeraden zogen die Teams mustergültig für ihre Fahrer das Tempo hoch und ärgerlicherweise bekamen dann auch die in der Wertung direkt hinter mir Platzierten die Zeitgutschriften. Dadurch fiel ich auf den vierten Gesamtrang zurück, blieb aber zumindest weiterhin 1. in meiner Altersklasse. Der Schlußsprint war dann mehr Formsache, mit der Hauptgruppe ins Ziel gerollt.

Zur Energieaufnahme ging‘s dann gleich weiter zum Italiener in der Altstadt, wo man dann auch gleich den einen oder anderen Fahrer wiedertraf.

TdW06Abschlußzeitfahren am Sonntag Vormittag: Auf bekannter Strecke, nämlich eine Runde des Langstreckenrennens, also 20 km. Gemäß der aktuellen Gesamtwertung wurde in umgekehrter Reihenfolge gestartet, ich also als viertletzter. Eine kleine Hoffnung hatte ich noch, durch ein top Zeitfahren wieder aufs Gesamtpodium zu kommen, wenngleich die Abstände auf die vor mir Platzierten durch die Zeitbonis doch recht groß waren. Im flachen Stück lief es auch recht gut, aber im hügeligen Bereich merkte ich doch dass meine Beine nicht mehr die frischesten waren. Trotzdem ein solider 3. Platz bei diesem Zeitfahren, gerade 1 Sekunde hinter dem Zweiten. So konnte ich dann zwar auf den Drittplatzierten der Gesamtwertung Zeit gut machen, aber am Ende fehlten fünf Sekunden auf Gesamtplatz Drei. Dafür aber Sieg in meiner Altersklasse!

DTdW07ie Siegerehrung findet dann immer in der Jugendherberge von Hitzacker nach dem gemeinsamen Mittagessen statt.
Und was hat das jetzt mit den Kartoffeln auf sich? Na, die gab‘s als Siegerprämie! Dafür hat sich die Fahrt ins Wendland doch gelohnt! ;-)

Zu erwähnen ist auch noch, dass dieses Event wirklich toll von einigen wenigen Leuten organisiert wird, eine günstige Startgebühr für die 4 Etappen verlangt wird, und die Etappen kann man auch einzeln melden, wenn man nicht die ganze Tour fahren möchte. Das Kriterium läuft auf voll gesperrter Strecke, die anderen drei Etappen sind auf gesicherter Strecke mit so gut wie keinem Verkehr. Angenehm finde ich auch immer wieder, dass es im Fahrerfeld recht familiär zugeht.

Weitere Infos und auch die einzelnen Ergebnislisten unter www.igaswendland.de

von Dario Wildmann

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Termine

++ Susan 2. und Dario 3. in Banzau ++ Kai-Uwe AK1 (300 km) und Chris AK3 (180 km) beim Krusnoton ++

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