{"id":4171,"date":"2016-08-05T21:39:03","date_gmt":"2016-08-05T19:39:03","guid":{"rendered":"https:\/\/sprintax.de\/wordpress\/2016\/08\/05\/flandernrundfahrt-und-paris-roubaix\/"},"modified":"2016-08-05T21:39:03","modified_gmt":"2016-08-05T19:39:03","slug":"flandernrundfahrt-und-paris-roubaix","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sprintax.de\/wordpress\/2016\/08\/05\/flandernrundfahrt-und-paris-roubaix\/","title":{"rendered":"Sprintax auf den Spuren von Boonen und Co."},"content":{"rendered":"<h4>Ronde van Vlaanderen<\/h4>\n<p>Am Samstag den 2. April stand ich also morgens um viertel nach f&uuml;nf am Bus, der mich vom Ziel in Oudenaarde zum Start der Flandernrundfahrt nach Br&uuml;gge bringen sollte. Obwohl ich am Start nur kurz meine Wechselkleidung abgegeben habe, verpasste ich dann doch glatt erstmal den offiziellen Start am Marktplatz in Br&uuml;gge. Also reihe ich mich in den fast endlosen Tross von Radlern ein, die sich durch Br&uuml;gges Stra&szlig;en Richtung Oudenaarde schieben.<\/p>\n<p>Leider dauerte es nicht lange, bis sich das erste &Auml;rgernis einstellt: bei einer Veranstaltung mit insgesamt 6.000 Fahrern auf der Benutzung von teils sehr schmalen Radwegen zu bestehen ist an sich schon problematisch, Pfosten, Schranken und weiteres Mobiliar auf den Wegen zu belassen ist jedoch schlicht fahrl&auml;ssig. Entsprechend h&auml;ufig gab es denn auch Kn&auml;uel aus denen sich Radler sch&auml;lten, die entweder mit den Hindernissen oder gest&uuml;rzten Mitfahrern kollidiert waren. Bald hatte ich dann aber Br&uuml;gge hinter mir gelassen und eine einigerma&szlig;en z&uuml;gige Gruppe gefunden. Vorsicht war auf den ersten 120km vor allem dort geboten, wo die oft aus Betonplatten bestehenden Stra&szlig;en einen f&uuml;r Radreifen passenden Spalt in der Fahrbahnmitte aufwiesen. Aber genug gejammert, die Form stimmte soweit und als da tats&auml;chlich so ein niederl&auml;ndischer Verein meinte, die Gruppe auf die Windkante setzen zu m&uuml;ssen, habe ich da mal was klargestellt&#8230;<\/p>\n<p>Stichwort Windkante, das sprichw&ouml;rtlich schlechte Wetter hat uns verschont, am Anfang hatten wir gar R&uuml;ckenwind, der erst sp&auml;ter von der Seite blies und in den Anstiegen der fl&auml;mischen Ardennen dann auch irgendwie egal war. Das bringt uns denn auch gleich zur n&auml;chsten Station, den Hellingen. Hellingen sind kurze, gepflasterte und vorzugsweise mit deutlich zweistelligen Steigungsprozenten versehene Anstiege. Bis aufs Pflaster nicht un&auml;hnlich dem, was man an Teutoburger Wald und Wiehengebirge auch finden kann &ndash; in sofern f&uuml;hlte ich mich tats&auml;chlich fast zu Hause.<\/p>\n<p>Los ging&rsquo;s mit dem Wolvenberg: 700m kurz, 7,9% im Schnitt und 17,3% in der Spitze &ndash; Jagdweg l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en. Hier deutete sich aber auch gleich das n&auml;chste Problem an: Wegen der gro&szlig;en Teilnehmerzahl kam es zu z&auml;hflie&szlig;endem Verkehr. Am Koppenberg, der wohl fiesesten Rampe auf der ganzen Tour mit 500m L&auml;nge, 9,4% im Schnitt, 22% in der Spitze und obendrein rutschigem Pflaster, ging denn auch gar nichts mehr &ndash; absteigen und per pedes bergauf. Ein Spiel, das sich am Paterberg wiederholen sollte. Wie ein belgischer Mitfahrer eine Woche sp&auml;ter bei der Roubaix Challenge so passend bemerkte: &bdquo;Du kannst den Koppenberg das ganze Jahr &uuml;ber fahren &ndash; nur an zwei Tagen geht das nicht.&ldquo; Genau den zwei Tagen an denen Jedermann Tour und Profirennen stattfinden.<\/p>\n<p>Die n&auml;chste Entt&auml;uschung gab es dann am Oude Kwaremont (2.000m, 4% im Schnitt, 11,6% in der Spitze), der war, wohl wegen eines medizinischen Notfalls, gesperrt. Damit blieb denn auch nur noch der Paterberg. Im Ziel blieb vor allem neben dem &Auml;rger &uuml;ber die M&auml;ngel bei der Organisation, die Erkenntnis, dass die Rampen deutlich weniger zerm&uuml;rbend waren, als die flachen Kopfsteinpflasterpassagen &ndash; tolle Aussichten f&uuml;r Paris Roubaix eine Woche sp&auml;ter.<\/p>\n<h4>Paris Roubaix<\/h4>\n<p>Entsprechend skeptisch startete ich denn eine Woche sp&auml;ter von Busigny (gl&uuml;cklicherweise muss man nicht mehr den ganzen Weg von Paris fahren) Richtung <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-4170\" src=\"https:\/\/sprintax.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/32513536.jpeg\" alt=\"32513536\" style=\"margin: 10px; float: right;\" title=\"Carrefour de l'Arbre\" width=\"214\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/sprintax.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/32513536.jpeg 214w, https:\/\/sprintax.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/32513536-201x300.jpeg 201w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/>Roubaix. Um m&ouml;glichen Staus aus dem Weg zu gehen, habe ich dann gleich mal von Anfang an Tempo gemacht. Das hat sich auch gelohnt. Zwar waren in den ersten paar Kopfsteinpflasterst&uuml;cken noch einige Radler auf der Strecke &ndash; einen gemeinsamen Start gab es wiederum nicht &ndash;, aber sp&auml;testens nach der ersten Verpflegungsstelle war &uuml;berwiegend freie Bahn angesagt. Das war auch gut so, denn auf dem Pflaster kann man weder bremsen noch schalten und mit dem Lenken sollte man es auch nicht &uuml;bertreiben. Im Pulk reduziert dies die Handlungsoptionen ungemein, zum Beispiel, wenn tats&auml;chlich so eine Flitzpiepe in feinster Harakiri Manier in beide Bremsen langt, um anzuhalten und seine aus dem Halter geflogene Flasche einzusammeln&#8230;<\/p>\n<p>St&uuml;rze gab es aber erstmal erstaunlich wenige, daf&uuml;r stand alle paar Meter jemand am Stra&szlig;enrand und flickte seine Reifen, richtete seinen Sattel, etc. Neben Reifenpannen habe ich vor allem gebrochene S&auml;ttel und Sattelst&uuml;tzen sowie eiernde Laufr&auml;der gesehen. Selber bin ich verschont geblieben &ndash; trotz 90kg und nur 20 Speichen vorn und hinten. Auch die 28er Reifen haben gehalten, wohl auch, weil ich mit 6,5 bar vorn und 7,5 bar hinten eher auf Durchschlagschutz denn auf Komfort gesetzt habe.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/Berichte16\/P1310230.jpeg\" alt=\"P1310230\" width=\"200\" height=\"151\" style=\"margin: 10px; float: left;\" \/>Defekte gab es eher an mir selbst zu beklagen. W&auml;hrend meine Handschuhe bei der Flandernrundfahrt unauff&auml;llig ihren Dienst verrichteten, hatte ich nach 50km unheimlich brennende H&auml;nde. Als ich dann meine Handschuhe zur Kontrolle ausgezogen habe, stellte ich an beiden H&auml;nden gro&szlig;e, aufgeplatzte Blasen fest. Aber wir sind ja nicht im Fussballverein, also Handschuhe in die Tasche und weiter &ndash; waren ja nur noch knapp 20 Kopfsteinpflasterpassagen und 120km&#8230;<\/p>\n<p>Generell kann man sagen, dass die Stra&szlig;en in Frankreich viel besser sind als in Belgien, das Pflaster daf&uuml;r wesentlich schlechter. Zum Gl&uuml;ck war es &uuml;berwiegend trocken &ndash; auch wenn Regen und Gewitter am vorhergehenden Abend nochmal reichlich Dreck auf die Strecke gesp&uuml;lt haben. Wirklich gef&auml;hrlich war allerdings der Wald von Arenberg. Hier findet man nicht nur das mit Abstand schlechteste Pflaster, es weist auch sehr ausgepr&auml;gte Spurrinnen auf und ist nicht einfach glitschig sondern glatt. Es hat mich teilweise um locker 30cm versetzt, &Uuml;berholen war Gl&uuml;cksache. Die folgenden St&uuml;cken mit besonders schlechtem Kopfsteinpflaster waren zum Gl&uuml;ck halbwegs trocken, nie richtig glatt und lie&szlig;en sich zudem oft auf dem Randstreifen oder im Bankett vermeiden. Ja, richtig: Der einzig vern&uuml;nftige Weg Kopfsteinpflaster zu fahren ist jede M&ouml;glichkeit zu nutzen, es zu vermeiden.<\/p>\n<h4>Muss man das also mal gemacht haben?<\/h4>\n<p>Im Fall von Paris Roubaix w&uuml;rde ich es fast bejahen, allerdings ist die Geschichte bei N&auml;sse brandgef&auml;hrlich. Im Falle der Flandernrundfahrt, die in der letzten H&auml;lfte eigentlich eine wundersch&ouml;ne Strecke hat, w&uuml;rde ich bei der gegenw&auml;rtigen Teilnehmerzahl und Organisation verzichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 8pt;\">von Till Meister<\/span><\/p>\n<p>Als erstes Highlight f&uuml;r dieses Jahr habe ich mir die Touren Versionen von Flandern Rundfahrt und Paris Roubaix herausgesucht. Bei diesen Veranstaltungen haben Hobbyfahrer die M&ouml;glichkeit, auf der Strecke der gro&szlig;en Fr&uuml;hjahrsklassiker fast den gleichen Kurs zu fahren, wie die Profis einen Tag sp&auml;ter. Insbesondere alle Schl&uuml;sselstellen sind bei Jedermann und Profirennen identisch, in Zahlen ausgedr&uuml;ckt: 15 Hellinge und 6 flache Kopfsteinpflasterpassagen auf 227km bei der Flandern Rundfahrt und 27 Sektoren mit zusammen 52,5km Kopfsteinpflaster verteilt &uuml;ber insgesamt 172km bei Paris Roubaix.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4169,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"neve_meta_sidebar":"","neve_meta_container":"","neve_meta_enable_content_width":"","neve_meta_content_width":0,"neve_meta_title_alignment":"","neve_meta_author_avatar":"","neve_post_elements_order":"","neve_meta_disable_header":"","neve_meta_disable_footer":"","neve_meta_disable_title":"","footnotes":""},"categories":[555],"tags":[],"class_list":["post-4171","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-berichte-2016"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sprintax.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4171","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sprintax.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sprintax.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sprintax.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sprintax.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4171"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/sprintax.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4171\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sprintax.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4169"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sprintax.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4171"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sprintax.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4171"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sprintax.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4171"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}