Kategorie: Berichte

  • Ötztaler Radmarathon 2009

    Ötztaler Radmarathon 2009

    Ein Bericht von Achim Kaufmann

    6.20 Uhr: Wir, das sind Ragnar, Dario, Jörg, Thomas und ich, standen gut gekühlt mit ca. 3800 Mitstreitern bei +4° C im Startblock, etwa in der Mitte und warteten auf den Startschuss. Ein Hubschrauber kreiste schon und zog diverse Dinge in die Luft, ein Riesen Trikot und ein sehr großes Rennrad. Was sich sonst noch alles vor dem Startblock so abspielte bekamen wir gar nicht mit, zu lang zog sich das Starterfeld dahin.

    Ötztaler RadmarathonEndlich ging es los, schnell die Jacke noch abgegeben und dann Richtung Ötz, 32 Km bergab. Die Kälte kroch in die Füße, trotz langen Handschuhen hatte ich Eishände. Nach der ersten Tunneldurchfahrt lag der erste Mitstreiter auf dem Asphalt, ein blutiges Gesicht, Rad kaputt, ein jähes Ende.

    Meine Radfreunde waren mittlerweile alle an mir vorbei. Ich blieb immer schön im grünen Bereich, wollte doch nur locker durchkommen.Vor mir lag dann endlich der Kreisverkehr in Ötz mit dem Hinweisschild Kühtai, trotz kalter Finger wechsele ich die Handschuhe, kurze fuhren sich im 18.5 Km langen Anstieg hinauf auf den Kühtaisattel einfach besser.

    Im Anstieg war es eng, das Fahrerfeld noch dicht zusammen, aber mir wurde schön warm. Es lief gut, das Training an der Luise sollte sich heute noch auszahlen.

    Auf der Straße lagen Handschuhe, Energieriegel, Windjacken und Westen, alles was so im Renngeschehen verloren ging und die Zeit und der Platz zum Aufheben fehlte.

    Nach etwa 9 Km auf einmal ein Stau, gerade im 18% igen Teil. Eine Baustelle mit Engpass, absteigen und kurz geschoben. 3 Minuten die Beine vertreten und schon ging es weiter. Kehre um Kehre und Meter für Meter. Wir kamen an die Baumgrenze, Raureif auf den Almwiesen. Braune Kühe mit Glocken um den Hals und plüschigen Ohren schauen teilnahmslos durch die Gegend und standen teils mitten auf der Straße herum.

    Etwas Später erreichte ich die erste Labstation nach 51 Km auf 2020 Meter Höhe.

    Eine kurze Pause, Handschuh Wechsel und runter ging es in die Abfahrt. Noch einmal wurde es bitter kalt, zum Glück hatte ich mich am Morgen für Knielinge entschieden.

    83,7 zeigte mein Tacho, für mich als lausigen Abfahrer echt gut.

    Je tiefer es ins Tal ging desto wärmer wurde es.

    Als das Tal erreicht war, fuhren wir auf der alten Passstraße Richtung Brennerpass. 770 Hm waren bis dahin zu überwinden. Das Tempo in der Gruppe war jetzt gemäß dem Spruch: überziehst du am Brenner, leidest du am Jaufen und stirbst du am Timmelsjoch.

    Also radelten alle recht entspannt weiter, zur linken das Inntal. Dann ein paar kleinere Wadenkneifer, Anstiege von 12%. Nach 127 Km war die Labstation Brenner erreicht.

    Kurz essen und die Flaschen auffüllen dann ging es in die Abfahrt, Richtung Italien. Es war jetzt mittlerweile angenehm warm. Die Straßen waren breit und bis nach Sterzing am Fuße des Jaufenpasses waren es nur 19 Km.

    Den Jaufen ging es dann gleichmäßig mit durchschnittlich 7.6% Steigung 15.5 Kilometer Berg auf. Ich fuhr in meinem Rhythmus an vielen Radlern die mich in der Abfahrt überholt hatten wieder vorbei. Es lief sehr gut, meine Beine waren noch frisch und ich freute mich schon jetzt sehr auf das Timmelsjoch. Ich genoss die beeindruckenden Aussichten und die vielen Berggipfel. Denn vor dem Ötzi war ich noch nie mit dem Rennrad in den Alpen, so schöne lange Anstiege hatte ich auch noch nicht.

    Nach 15.5 Km und einigen Kehren war die Passhöhe von 2090 m erreicht. Eine wirklich tolle Aussicht. Passend zur Aussicht gab es eine Pause und Leckereien an der Labe. Und sogar eine Massagebank, für müde und verkrampfte Beine. Nichts für mich.

    Anschließend ging es in die Abfahrt, viele Kehren mit teils sehr schlechtem Straßenbelag. Eine Kehre unter mir fuhr der Rettungswagen mit Blaulicht ab. Vorsicht war geboten. Die nicht enden wollende Abfahrt bei schönstem Wetter ging bis St. Leonhard. Dort begann bei 32°C der 29 Km lange und schönste Anstieg des Rennens zum Timmelsjoch. Die Passhöhe liegt auf 2509 m.

    Es waren schon viele gequälte Gesichter zu sehen, zwischen Mos und Schönau wurden die Schieber auch mehr. Für einige endete dort der Traum vom Finisher.

    Die schöne Aussicht und die vielen Radler die ich hinter mir ließ zogen mich regelrecht immer höher, ein wahrer Genuss.

    Schließlich war der auch der letzte Gipfel erreicht, nach dem folgenden Tunnel zog ich erst mal wieder die Armlinge an, es wurde frisch.

    Als letzter Wadenkneifer war nun nur noch die Mautstation auf der Strecke, die letzten 220 Höhenmeter. Das Ziel Sölden war nahe. Gut gelaunt und zufrieden den Ötzi geschafft zu haben rollte es ins Ziel. Wir kamen alle gut im Ziel an. Ragnar als schnellster, trotz dreimonatiger Trainingspause, alle Achtung!!

    Es waren viele Zuschauer an der gesamten Strecke die uns anfeuerten. Zu Trinken und zu essen gab es an den Labestationen auch genug, wenn man denn anhielt.

    Im Anschluss ließen wir den Ötztaler mit der Nudelparty und jede Menge Spaß ausklingen.

    Nächstes Jahr gibt es den 30. Ötztaler Marathon, wer kommt mit? Es lohnt sich!

    Auf www.oetztaler-marathon.com gibt es noch mehr Bilder zu sehen.

    Unsere Zeiten:

    Ragnar   9:07.47,6 
    Jörg RSV Gütersloh  9:13.42,4
    Dario   9:44.28,4
    Thomas 10:50.36,9
    Achim  11:09.08,3

    Genächtigt haben wir in der Pension Karl Rimel direkt am Zielbereich an der Freizeitarena in Sölden. Wo uns Rimels Karo mit Äpfeln und Obstler am Anreisetag empfing. Sie ist übrigens Radlerin im Radclub Ötztal (urc-oetztal.at ) und hatte für Ragnar und mich, da wir ohne Alpen- und Passerfahrung waren, noch den ein oder anderen Tipp für den Ötzi. In Sölden gab es auch die feinsten Räder zu sehen, an Sportgeschäften mangelte es nicht.

    Wir hatten ein echt tolles Radsport Wochenende im Ötztal.

  • Go East 2009

    Go East 2009

    Freitag 25. September 2009 GO EAST Bielefeld – Magdeburg gestartet

    Treffpunkt Radrennbahn 8:30 Uhr – blauer Himmel, Morgensonne, angenehme Temperaturen und vor allem: 19 gut gelaunte Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Sprintax GO EAST – Tour verstauen das Reisegepäck im Begleitfahrzeug und treffen die letzten Vorbereitungen für den Start.
    Zum zweiten Mal geht es nach der Premiere im Herbst 2008 drei Tage lang nach Osten. Die Tour führt am ersten Tag 170 km nach Osterrode. Die ersten 60 km Richtung Schiedersee sind für die meisten Teilnehmer noch bekanntes Terrain, anschließend führt die Strecke durch den Solling.
    Am Samstag geht’s überwiegend bergauf 120 km quer durch den Harz nach Wipra. Je nach Trainingsstand der Teilnehmer können die gut 2000 Höhenmeter um weiter 600 Höhenmeter mit einer Schleife über den Brocken aufgestockt werden. Sonntag ist dann ausrollen angesagt 135 km führen nach Magdeburg zum Ziel der GO EAST 2009.(rs)

    Go East  Go East 
  • Rad am Ring 2009

    Rad am Ring 2009

    Bericht 24-Stunden Rennen „Rad am Ring“ am 1. & 2. August 2009

    von Dario Wildmann

    Wir befinden uns im 21. Jahrhundert. Der Nürburgring ist ganzjährig von den Motorsportlern besetzt… Ganzjährig? Nein! Ein Wochenende im Jahr belagert ein unbeugsamer Haufen von Radsportlern die „Grüne Hölle“ und hört auch des Nachts nicht auf, die Kurbeln rund zu treten…Klar dass bei so einem Event auch ein paar „unbeugsame Sprintaxianer“ mitmischen wollten, wenn gleich der Zaubertrank unseres Druiden (sprich Sponsor mit den weissen Buchstaben auf rotem Grund) zur innerlichen Anwendung nur bedingt geeignet ist…Ach so, „Rad am Ring“ nennt sich das Ganze und beinhaltet Jedermannrennen über 70 und 140 km, RTFs sowie Marathon über die legendäre Nordschleife, und die Krönung ist das 24-Stunden Rennen per Rennrad oder MTB als Einzelstarter, 2er-, oder 4er-Team (MTB auch 8er-Team). Bei den Teams ist immer nur 1 Fahrer auf der Strecke während sich die anderen ausruhen können. Der Zeitmeßtransponder muss bei jedem Fahrerwechsel übergeben werden.

    Die 24 Stunden sollten’s natürlich sein, und damit es nicht ganz so schwer wird (eine Runde hat immerhin auf 23 km satte 500 Höhenmeter) musste ein 4er-Team her.

    Im Dezember 2008 hatten sich 4 „Unbeugsame“ gefunden: Werner Grundkötter, Thomas Sliwka, Sebastian Stasink, Dario Wildmann.

    Rad am RingEin zweites Team war geplant, wurde aber leider nicht angemeldet – 2010 wird es wohl klappen. Ursprünglich wollten wir einen Boxenplatz buchen, allerdings waren die zum Zeitpunkt unserer Anmeldung schon alle vergeben, also Parzellenplatz draußen im Fahrerlager. Wir benötigten somit neben dem Bulli für den Transport noch ein Zelt zum Aufspannen hinter der Bulliladefläche.
    Unsere Planung sah vor, bereits einen Tag vorm Start anzureisen, damit man die Nacht vorm Rennen noch mal gut schlafen kann.
    Eine gute Unterkunft war schnell gefunden und reserviert – aus seiner Motorsportzeit kannte Thomas noch eine Privatpension im Herzen der Nordschleife in Herschbroich. Unsere Gastgeberin ist gar die Bürgermeisterin des Ortes und wusste beim Frühstück viel über die Region und den Ring zu berichten.
    Unsere Teambesetzung war allerdings noch nicht so gesichert wie der Startplatz und die Unterkunft – Sebastian musste absagen aufgrund von Vaterschaftsfreuden und daraus resultierendem Trainingsmangel. Ersatz war schnell gefunden: Marcel Gojdar stand bereit und dann 2 Wochen vor Start gesundheitsbedingt leider wieder nicht. Also noch mal ein Fahrerwechsel. Spontan konnte Jens Neumann einspringen und auch die 2 Urlaubstage noch so kurzfristig bei seinem Arbeitgeber durchboxen. Eine Begleitperson haben wir mit Ragnar Thiel dann auch noch gefunden. Ragnar wollte uns tatkräftig unterstützen und die Nordschleife dann als Gastfahrer ohne Rennstress erkunden.

    So konnte es dann losgehen: Die Wetterprognosen sagten überwiegend freundliches Wetter mit möglichen Schauern zum Sonntag an – könnte
    schlimmer kommen.

    Also Freitagmittag den Bulli vom Verleiher abgeholt, alles einpacken und los.
    Eine lange Checkliste mit allen mitzunehmenden Dingen war unerlässlich. Immerhin brauchte man ja schließlich eine fast komplette Campingausrüstung, ordentlich Verpflegung, Ersatzteile, Werkzeug, Ersatzlaufräder, etc. und genug Radklamotten für alle Witterungen. Die Eifel kann ja auch im Sommer ganz schön kalt und nass werden. Dann noch die fünf Räder rein und der Bulli war voll.
    Nach unserem Zimmerbezug in Herschbroich fuhren wir noch Richtung Startbereich zum Abholen der Startunterlagen und um anschließend noch mal die Energiespeicher beim ordentlichen Abendessen in Nürburg zu füllen.

    Rad am RingSamstagvormittag: Zeitiges Aufstehen, reichhaltiges Frühstück in der Pension und dann ab zum Ring. Der Rennstart war auf 13:20 terminiert, bis dahin musste unser Camp einsatzbereit sein. Auf dem Fahrerlagergelände war schon reges Treiben bei unserer Ankunft. Viele Teams haben ihr Camp bereits am Freitagabend aufgebaut und die erste Nacht auf dem Ring verbracht. Unsere bereits bei der Anmeldung gebuchte Parzellenlage erwies sich als optimal. Direkt an der mitten durchs Fahrerlager verlaufenden Streckenführung mit guter Sicht auf zwei vorgelagerte Kurven. Für die direkt am Camp erlaubten Fahrerwechsel war eine gute Sicht auf den herannahenden abzulösenden Fahrer schon wichtig. Wir wollten ja keine unnötige Zeit beim Fahrerwechsel verlieren. Der weitere Campaufbau lief reibungslos, unsere Parzellennachbarn waren auch recht umgänglich. Um 11:00 musste ich dann zur Teamleiterbesprechung ins Pressezentrum, wo ich mir dann über eine Stunde lang diverse Regelungen und Abläufe anhören durfte. Das alles bei schönstem Sonnenschein in einem überfüllten nichtklimatisiertem Raum mit riesigen Fensterflächen – noch keine Runde gefahren und schon durchgeschwitzt.
    Die Ehre der ersten Runde wurde mir zuteil. Also vorher noch ein wenig auf dem Grand-Prix-Kurs warmfahren und dann ab in die Meute der Startaufstellung. Der Streckenverlauf der ersten Runde ist etwas anders als der der Folgerunden, dieser geht nämlich über den kleinen Grand-Prix-Kurs und erst danach auf die Nordschleife. Die anschließenden Runden verlaufen dann von der Nordschleife kurz über die Start-Ziel-Gerade und biegen dann ab, um quer durch das Fahrerlager zu fahren, hinter dem dann wieder auf die Nordschleife eingebogen wird.

    Nun, gut. Startschuss, Abfahrt, Vollgas. Unser Ziel war es schon recht weit vorne zu landen (Top 20); bei über 500 gemeldeten 4er-Teams und angesichts einer uns unbekannten anspruchsvollen Strecke ein recht hoch gestecktes Ziel. Um gut über die Distanz und die Zeit zu kommen hatten wir uns eigentlich vorgenommen auf den ersten Runden nicht ganz Vollgas zu fahren um Körner für später zu sparen. Tja, gute Vorsätze sind zum Brechen da – Puls 180 und schön mit der zweiten Gruppe mitheizen…

    Rad am RingDas erste Drittel der Strecke geht stetig auf und ab, giftige Wellen die einen dazu verleiten das große Blatt stehen zu lassen (oben bereut man’s heftig…)
    Dann, ab Kesselchen/Klostertal geht’s nur noch hoch, zwar moderat aber recht lang. Die Krönung folgt ab dem Karussell, die Steigungsprozente übertreffen schnell die 10%-Marke um dann an der hohen Acht ihren Spitzenwert um die 17-18% zu erreichen. Die folgende kurze Abfahrt war eine Wohltat, wenngleich das Verschnaufen nur kurz währte, erstmal gings nämlich schön wellig weiter. Also bergab immer ordentlich schön Schwung holen um den nächsten Anstieg etwas zu erleichtern. Erholung gibts auf diesem Kurs nicht! Ab Döttinger Höhe folgt noch eine schöne lange Gerade (selbstredend mit Gegenwind), schön wenn man hier Windschatten findet. Aber gerade solcher sollte auf den späteren Runden immer schwerer zu finden sein, da sich die größeren Gruppen vom Start doch ziemlich schnell auf dem selektiven Kurs zerstückelt hatten. Dafür hat man auf den Abfahrten und in den Kurven meist viel Platz und kein Gerangel, man kann hemmungslos die Kurven ausfahren, bremsen kaum nötig; der gesperrte Rundkurs machts möglich. Noch zwei „Asphaltblasen“, dann erreicht man wieder die Start-Ziel-Gerade. Gepuscht von den Zuschauern wird noch mal alles gegeben, einmal quer durchs Fahrerlager, bloß keine Schwäche vor den gegnerischen Teams zeigen und dann endlich unser Camp in Sicht: Fahrerwechsel.

    Werner war dran, ich war fertig. Schwer vorzustellen, wie man das über 24 Stunden durchhalten soll. Nein, nein, die nächsten Runden müssen lockerer angegangen werden (wer’s glaubt…). Zum Glück hatten wir uns auf 1-Runden-Turns geeinigt, dies sollte sich als kluge Entscheidung herausstellen. Unklug war dagegen anfangs noch unsere Zeitmeßtransponder-Übergabe. Dieser war an einem Klettband befestigt und sollte um das Fußgelenk getragen werden. Also musste der Wechsel stehend erfolgen und das kostete Zeit. Nach einigen Wechseln haben wir dann die Strategie von vielen anderen Teams übernommen, indem wird den Transponder an einer Trinkflasche befestigten und diese dann im fliegenden Wechsel übergeben konnten. Trotz dieser erst schlechten Taktik waren wir nach den ersten Runden innerhalb der Top 15 der Gesamtwertung. Wir hegten aber doch Zweifel so eine Platzierung auch über Nacht halten zu können, zumal mittlerweile ja jeder von uns einen (recht angestrengten) Eindruck der Strecke gewinnen konnte. Egal, die Stimmung war gut, das Wetter passte, jeder von uns gab sein Bestes und das Material machte auch mit. Mehr geht nicht.

    Dann kam die Dunkelheit über den Ring. Einsatz der Beleuchtungsanlagen. Keine Chance ohne gutes Licht über die Strecke zu kommen. Vereinzelte Stellen wurden zwar beleuchtet, aber der Großteil der Strecke läuft durch absolute Finsternis, auch dank der vielen Waldgebiete. Trotz guter Lichtanlage war es von Vorteil wenn man sich den Streckenverlauf bislang gut eingeprägt hatte, manch schnelle Kurvenkombination ließ sich besser erahnen als rechtzeitig sehen. Dennoch ein unvergleichliches Erlebnis in völliger Ruhe ein Meer von kleinen sich bewegenden roten Punkten am Fuß der Hohen Acht vor sich zu sehen, um dann einzutauchen in den Fluss des schweren Atmens der Mitstreiter und dem leisen Rasseln der Ketten. Einzig die Blitze am Horizont vermochten mir diese Ruhe zu nehmen, ein Gewitterschauer in dieser Dunkelheit war jetzt nicht mein Wunschtraum… Es kam, wie es kommen musste, der Himmel fing vor lauter Freude über die Vielzahl nachtschwärmender Radler an zu weinen, wenngleich uns der Gewitterschauer erspart blieb, die Dusche recht moderat ausfiel. Aber ausreichend genug, um die Strecke etwas rutschiger zu gestalten.
    Für die Nacht hatten wir festgelegt in 2-Runden-Turns zu fahren, damit die Ruhezeiten zum Schlafen lang genug sind. Dies war unser zweiter strategischer Fehler. Zum einen fehlte uns eh die nötige Ruhe um länger ruhig zu liegen, geschweige denn zu schlafen (man war einfach zu aufgedreht), und zum anderen, was noch viel schlimmer war, dass die zweite Runde des Turns bei jedem von uns auffällig schlechter ausfiel. Die Kraft reichte einfach immer nur für eine gute schnelle Runde, an der hohen Acht hätte ich auf der zweiten Runde fast geschoben. Nachdem jeder von uns einen Doppelturn hinter sich hatte, verabschiedeten wir uns schnell wieder von dieser Taktik.
    Das Morgengrauen nahte – statt des erhofften Sonnenaufgangs, den mir Thomas noch bei der Transponderübergabe zu meiner nächsten Runde wünschte, beglückte mich noch mal der Himmel mit ein paar feuchten Tropfen…
    Unser Camp sah mittlerweile aus wie nach nem Bombeneinschlag, aber nur das Genie beherrscht das Chaos (wir hatten wohl 5 davon onboard…).
    Ragnar schenkte uns am Morgen auch wieder seine Anwesenheit, über Nacht hatte er doch das warme Pensionsbett und morgens ein ordentliches Frühstück vorgezogen. Wir vier Fahrer sahen zwar eindeutig mitgenommener aus als er, aber unser Kampfgeist war ungebrochen, die Top-20 musste auch nach unserer ungünstigen 2-Runden-Nacht-Strategie gehalten werden.
    Die restlichen Runden am Vormittag verliefen wie im Fluge. Ab der 7. Runde fing ich für meinen Teil mit der hohen Acht an zu Reden: „Einmal komme ich noch vorbei – du schaffst mich nicht!“, auf der 8. motivierte mich der Gedanke hier lange nicht mehr hochfahren zu müssen, denn dies sollte auch meine letzte Runde sein. Unsere Hochrechnungen hatten ja ergeben, dass wir bei Einhaltung unserer gemittelten Rundenzeiten vor Streckensperrung für Neurunden, bequem noch Jens auf die letzte Runde für das Team schicken konnten. Jens fuhr diese 31. Runde noch sauber bis ins Ziel wo wir alle gegen 13:15 warteten (dummerweise hat er uns beim Zieleinlauf im Delirium nicht gesehen…).
    Damit hatten wir den 16. Platz (von 476 gewerteten Teams) der Gesamtwertung, sowie den 9. Platz in der Altersklassenwertung geholt! Auf 31 Runden sind wir ca. 719 km gefahren mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von 31,1 km/h.
    Kein Sturz, keine Panne. Ein paar Krämpfe des Nachts und ein Platter direkt nach dem Rennen stehen in unserer Bilanz.
    Das Team hat super harmoniert und der Entschluss für Rad am Ring 2010 war schnell gefasst.

    Doch zunächst war aufräumen angesagt. Alles abbauen, verstauen und einpacken, dann in die Stauschlange der Abfahrenden eingereiht. An der nächsten Tankstelle wurde unser Abendnachtisch besorgt: Bier. Klar, müde waren wir alle, aber nach einer heißen Dusche in der Pension machte sich erstmal der Heißhunger breit. Nach dem zeremoniellem Wildschweinessen unter freiem Himmel (ne, ne, war schon gut bürgerlich z.B. Pommes mit Majo ohne Pommes – Namen werden in diesem Fall aus Datenschutzgründen nicht genannt…) waren wir fürs abschließende Bier immer noch fit genug. Der Schlaf danach tat aber wohl doch allen ganz gut. Nach ausgiebigem Frühstück bei unserer Bürgermeisterin am Montagmorgen (oder war’s doch schon Mittag?) rollten wir dann entspannt wieder gen Heimat.

    Unser Fazit fürs Rennen:
    Super Event – sichere Strecke – sehr anspruchsvoll vom Profil – schnelle Kurven (ja, ja, heiße gibt’s auch zu sehen) – klasse Stimmung im Fahrerlager (nicht alle fahren auf Wertung, Grillpartys der Teams am Abend/Nacht) – gute Organisation – Preis/Leistung o.k. – ne Menge Spaß und schwere Beine, der Name „Grüne Hölle“ ist Programm.
    Nichtsdestotrotz ist es auch mal wieder eine Sache des Wetters. Bei 24 Stunden Regen und Kälte kann das Zeltlager schnell zur Tortour werden, was uns zum Glück erspart blieb.
    Vielen Dank noch an unsere Besucher. So etwas motiviert ungemein!
    Wir wollen 2010 auf jeden Fall wieder bei den Unbeugsamen dabei sein und die Römer aus Gallien vertreiben, äh quatsch – unseren Platz verteidigen oder gar verbessern.

     

  • Mein erster Pokal

    Mein erster Pokal

    Zuerst gab es drei Qualifikationsrennen mit 12 Runden (jede zweite Runde gab es Wertungspunkte), dann kam das Halbfinale mit 10 Runden und das Finale mit 6 Runden (jede Runde wurde gewertet).

    Mit dem Bahnrad, also starrer Gang, keine Bremsen, keine Schaltung, zu bremsen und um die Kurven zu manövrieren war richtig krass und nicht einfach. Schon vorher fingen meine Knie an zu zittern, als Andreas Bach vor mir stand. Andreas Bach ist bis zur Wende für die DDR im Kader gefahren und ist dort zweimal Weltmeister geworden. 1994 wurde er im 4er Zeitfahren auf der Bahn mit dem noch heute aktiven Danielo Hondo Weltmeister. Und da stand er mit seinem DDR Zeitfahranzug und 4Spoke Rädern…

    Dann kam mir Wernis Spruch in den Kopf, der mich ein bisschen beruhigt: „Die Wahrheit ist auf dem Platz“.

    Also, an den Start im ersten Qualifikationsrennen. Direkt rein in die Pedale und Kette gemacht, rum um die Haarnadelkurve und auf die lange Gerade mit Gegenwind. Da hab ich alles gegeben und hab die 12 Runden alleine gefahren und mir alle Punkte geholt.

    Im Halbfinale trat ich dann erstmals auch gegen Andreas Bach an, der sich sehr zurückhielt und seine Körner für das Finale sparte, taktisch klug, aber ich hatte Bock zu heizen. Also wieder nach dem Start direkt alles gegeben und mit nem 38er Schnitt durch den Brandshofer Hafen gebrettert und mir alle Punkte geholt. Eine super Stimmung am Rand war das!

    Im Finale hatte ich auch die Taktik: sofort in die Pedale rein, Vollgas, als erstes um die Kurve und auf die lange Gerade die steife Brise rein. Nochmal 6 Runden Vollgas und die Lunge hing mir auf dem Boden. Aber ich habs geschafft und konnte mir auch hier alle Punkte holen.

    Auf dem Podium gab es dann einen richtig schönen Pokal, jede Menge Fahrrad Zubehör, wie Bahnritzel, Mäntel, Jacken, und Shirts und Kappen. Da stand ich dann freudestrahlend, mit 6 Taschen Material und Bekleidung und bekomme noch einen Kasten Becks für die schnellste Runde geschenkt, der dann mit allen geteilt wurde.

    Die Leute waren supernett, die Fahrer sehr fair und ohne viel Konkurrenzgemacker.

    Am 09.08. findet auf einer Motorradrennbahn ein Ausscheidungsfahren statt. Also, wer Bock hat, meldet sich an, geht auch mit Rennrad im seperaten Rennen!

    RR HH Andreas Bach

    Rechts im Einteiler und Aero-Helm Andreas Bach direkt nach dem Start.

    RR HH Simon

    Alles gegeben!

    RR HH Haarnadel

    Fiese Haarnadel-Kurve und ab geht’s!

    RR HH Siegerehrung

    Links Nies Alps und rechts Andreas Bach (er baut sich gerade eine Miniradrennbahn und hat zu einem Rennen im Herbst nach Erfurt eingeladen)

    RR HH Becks

    Kiste Beck’s und Party!

  • RTF 2014

    Am 24. Mai 2014 fand unsere fünfzehnte Radtouristikfahrt „RTF am Teuto“ statt.

    Bei bestem Radlerwetter wurden die vier angebotenen Strecken von ca. 450 Startern mit Start und Ziel an der Uni Bielefeld unter die Räder genommen.

    Vielen Dank an alle Teilnehmer unserer RTF und die zahlreichen positiven Rückmeldungen zu unserer Strecke und zur Verpflegung.

    Die Fotos der RTF findet ihr hier: Bilder RTF 2014

  • Vereinsmeisterschaften 2014

    Erste Attacken

    MS Straße 2014 Hollenstein 1 

    Nach der neutralisierten Anfahrt bis zum Anstieg nach Hollenstein ging es auf der Heidmanstraße sofort zur Sache. Finn fuhr die erste Attacke. Schnell sortierte sich das Feld. Werner, Frederik, Finn und Simon fuhren zügig hoch nach Hollenstein. 

    Bereits mit etwas Abstand folgten Dario, Karsten und Jan, der hier schon beißen musste, um den Anschluss nicht zu verlieren.  

    MS Straße 2014 Hollenstein 2

    Wer hier ohne Gruppe oben ankommt, hat in der Abfahrt und der Ebenen ein Problem. 

    In der nächsten Gruppe folgten Dirk, Franky, Thomas G., Thomas S. und Viktor.Dirk zeigte sich im Anschluss etwas überrascht, dass dies schon so früh im Rennen die entscheidende Gruppenteilung sein sollte.

    Martin, Ulli und Esther setzten dem Feld gemeinsam nach.

    MS Straße 2014 Hollenstein 3MS Straße 2014 Hollenstein 4

     

    Tempohatz

    Auf der Abfahrt von Hollenstein folgte die übliche Tempohatz. Der Tacho fiel nicht mehr unter 40 und zeigte teilweise deutlich höhere Geschwindigkeiten an. Ab und zu kamen die Ausreißer dabei wieder ins Blickfeld der Verfolger.

    Etwas weiter vorne musste Frederik hinter dem Anstieg bei Brüntorf reißen lassen und wurde von Dario, Karsten und Jan eingesammelt. Mit nun drei guten Rolleuren in der Gruppe konnte er es sicher schlechter erwischen.

    Auf dem folgenden Flachstück zwischen Lieme und Billinghausen, testete Franky seine Mitstreiter mit einem Antritt. Diese blieben jedoch ruhig, keiner setzte nach. Ohne Begleiter stellte Franky den Versuch wieder ein. Die Fahrer dieser Gruppe berichteten später von Durchschnittspulsen nahe der anaeroben Schwelle. Einfach war das Rennen sicherlich für niemanden.

    Im Anstieg nach Stapelage musste dann Jan dem hohen Tempo Tribut zollen und fiel zurück. Ähnlich erging es weiter vorne mittlerweile Finn, der nun mit der Verfolgergruppe Tempo machte.

    Taktische Spiele

    Hinauf nach Oerlinghausen suchten die beiden Spitzenreiter nun die Entscheidung. Auf jede Attacke ließen sie eine Konter-Attacke folgen. Noch sollte sich keiner der beiden entscheidend absetzen können.

    Weiter hinten fingen in der zweiten Gruppe auf dem Weg zu „Popofrische Eier“ taktische Spielchen an. Niemand wollte sich im Angesicht des bevorstehenden Schlusssprints unnötig in der Führung verausgaben. Das Tempo sank. Jan, der die zweite Gruppe zwischenzeitlich in Oerlinghausen aus dem Blick verlor, kämpfte sich im Anstieg Meter für Meter wieder heran.

    Entscheidung

    Unterdessen sollte sich das Rennen an der Spitze entscheiden. Werner setzte den entscheidenden Angriff auf der Abfahrt von Gräfinghagen aus dem Windschatten. Mit einem kräftigen Antritt konnte er Simon überraschen und soweit distanzieren, dass sich beide Kontrahenten alleine im Wind egalisierten. Er erreichte das Ziel mit einigen Metern Vorsprung vor Simon.

    Auf Höhe der Autobahnbrücke konnte Jan wieder zu den Verfolger aufschließen. Karsten reagierte sofort und verschärfte das Tempo. Er läutete damit die schnelle Schlussphase ein. Jan zog direkt mit, Finn konterte und Dario schlug aus dem Windschatten zu. Er sicherte sich überlegen den dritten Rang vor Finn, der etwas mit seiner Übersetzung haderte. Es folgten Jan, Karsten und Frederik.

    MS Straße 2014 Sprint Platz3

    MS 2014 Straße Sprint ü50

    Mit etwas Abstand kam die Seniorengruppe angeflogen. Um den Titel des Ü50-Vereinsmeisters wurde es noch einmal richtig spannend. Dirk zog den „Senioren“ den Sprint an. In seinem Windschatten erkämpfte sich Franky den Sieg, dicht gefolgt von Thomas G., Jörg und Viktor.

    MS Straße 2014 Sprint Frauen

    Einen starken Schlusssprint zeigte auch Esther, die die Strecke gemeinsam mit Ulli bezwang.

    Opfer der noch recht neuen und damit noch nicht ins Blut übergegangenen Strecke wurden Thomas S. und Martin, die beide falsch abbogen und in der Gesamtwertung daher lediglich Punkte für ihren Start sammeln konnten.

    Die Punkteverteilung nach dem ersten Lauf der Vereinsmeisterschaften im Überblick:

    u50 ü50 Frauen MS Straße 2014 Sieger
    Werner 15 Franky 15 Esther 15
    Simon 12 Thomas G 12    
    Dario 10 Viktor 10    
    Finn 9 Jörg 9    
    Jan 8 Ulli V 8    
    Karsten 7        
    Frederik 6        
    Dirk 5        
    Martin 1        
    Thomas S. 1        

     

    Einzelzeitfahren

    Link zur EZF-Strecke Bexterhagen

    Am Samstag, den 17.05. war es wieder soweit. Unser traditionelles Zeitfahren in Bexterhagen stand auf dem Programm. Trotz teilweise guter sportlicher Entwicklungen unserer Mitglieder stand eins eigentlich schon im Vorhinein fest: Heute geht es nur um die Platzierungen. Zu deutlich ist Darios Leistungsvorsprung in dieser Disziplin.

    Ein weiterer Umstand zeichnete sich schon vor dem Start ab: Wer vorne mitfahren möchte, kommt ohne Zeitfahrmaterial nicht mehr aus. Auf edelsten Carbonmaschinen, versteckt unter futurstischen Helmen und mit bollernden Laufrädern hoch wie Treckerreifen rollten die Favoriten an.

    Insgesamt 17 Fahrer und Fahrerinnnen stellten sich der Herausforderung. Leider fehlten für die Gesamtwertung wichtige Fahrer wie Simon, Thomas G. und Karsten. Nico und Katrin können dieses Jahr aus gesundheitlichen Gründen leider noch nicht in das Titelrennen eingreifen.

    EZF 2014 

    Zum Sportlichen:

    Die Damenwertung war heute erfreulicher Weise stärker umkämpft, als die Straßenmeisterschaft am Dienstag. Leider fehlte die Titelverteidigerin Gisela So war der Weg frei für Felicitas‘ ersten Sieg im Sprintaxdress.

    Bei den Männern fuhr Dario in seiner bekannt ruhigen und kraftvollen Fahrweise wieder unglaublich konstante und schnelle Runden. Seine im Vergleich zum Vorjahr etwas langsamere Gesamtzeit deutet auf die schwierigen Windverhältnisse hin. Trotzdem waren die Zeiten aller Starter durchweg gut.

    Werner startete mit einer sehr schnellen Runde, sein Ziel war es den zweiten Platz – oder besser den ersten hinter Dario – schon früh zu sichern, um wichtige Punkte für den Gesamttitelkampf zu sammeln. Platz 3 erreichte Lars mit seinem brandneuen Zeitfahrgeschoss.

    Um die Krone des Ü50-Zeitfahrmeisters kämpften heute fünf Fahrer. Das Rennen konnte schließlich Viktor für sich entscheiden.
    Eine Übersicht aller Zeiten und Platzierungen ist beigefügt.

    u50 Zeit Punkte ü50  Zeit Punkte Frauen Zeit Punkte
    Dario 24:05 15 Viktor 28:05 15 Felicitas 31:34 15
    Werner 25:34 12 Ulrich 29:43 12 Esther 32:56 12
    Lars 26:11 10 Franky 32:06 10 Manuela 34:18 10
    Jan 27:43 9 UlliV 32:10 9      
    Finn 28:07 8 Norbert 35:22 8      
    ThomasS 30:22 7            
    Frank 30:45 6            
    Dirk 31:16 5            
    Martin 31:33 4            

     

    Für die gelungene Veranstaltung sorgten Helmut und Monika (Vorbereitung, Kuchen, Getränke, Zeitnahme), Markus (Streckensicherung), Claudia (Zeitnahme) und Marius (Starthilfe). Danke, ihr seid klasse.

    Abgerundet wurde der schöne Tag durch einen gemütlichen Grillabend bei Jörg und Annette. Vielen Dank dafür.

     

     

    Berg-Ausscheidungsfahren

    am Luisenturm

    P8235210

    Wie man auf Bernds Bildern sehen kann, waren die Luft- und Bodenverhältnisse teilweise recht feucht. Aber von vorne.

    Um 12:30 trafen sich Viktor, Günter, Gunnar, Werner und ich an der Kunsthalle. Durchs Johannistal gings dann zur Luise.
    Als in Werther der Regen kam, gab’s kein Unterstellen. Werner meinte nur „Is eben outdoor-Sport…“. Als er dann kurz vor Borgholzhausen ’nen Platten hatte konnten wir uns dann doch noch unterstellen. Von da ab wurd’s eigentlich immer besser.
    Erst kamen Monika und Helmut mit heißem Kaffee (da konnten wir schon mal was vom Catering abgreifen) und als Werner sein Rad wieder zusammengebastelt hatte kamen die Eikis mit ihrer High-end-pumpe (Bernd, Eure Pumpe hat Finn in meinem Auto heute vergessen). Ja und dann hörte es auch noch auf zu regnen.P8235242

    An der Luise waren dann ca. 20 Leute, von denen 14 an den Ausscheidungen teilnahmen.
    Zuerst gingen die Ü50er an den Start. Da nur 4 Fahrer starteten ging’s gleich ins Halbfinale. Das Finale konnte dann Thomas G. vor Viktor für sich entscheiden.
    Die U50 hatte das größte Fahrerfeld und musste Viertel-, Halb- und Finale ausfahren, das Finn dann vor Werner für sich entscheiden konnte.
    Die 3 Frauen wollten sich die Luise nur 1 X antun und hatten sofort ihr Endergebnis. Felicitas konnte die Auffahrt für sich entscheiden.

    Nach längeren Berechnungen stand dann das vorläufige Tages- und Gesamtergebnis fest und die Sieger konnten geehrt und anschließend mit Sekt, Kaffee und Kuchen gefeiert werden. Zum Glück konnte Helmut seine Kontakte beim Bauern spielen lassen (der ist nämlich Helmuts persönlicher Radsportfan, seit Helmut zur Ötzivorbereitung hier 20 X die Woche die Luise hochkurbelt), so dass der Nachmittag trotz neuem Regens in der Scheune trocken ausklingen konnte.

    Für den Rückweg hatte ich dann zum Glück ein Taxi. Hoffentlich konnten die Anderen ihre gute Laune auch trocken ins Restwochenende retten.

     

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    Die Endergebnisse

    Vereinsmeisterschaft 2014 Gesamtergebnis 

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    Die Vorjahresergebnisse findet Ihr hier: Vereinsmeisterschaften 2013

     

  • Jeantex Transalp Tour 2006

    Jeantex Transalp 2006
    Teilnehmer: Jens und Bettina Lambracht
    Von Jens Lambracht

    Hallo Leute,

    wie einige von euch wissen haben Bettina und ich dieses Jahr die Jeantex-Transalp
    in Angriff genommen. Die perfekt organisierte Tour führte von Oberammergau in 7 Etappen über 23 Pässe nach Riva del Garda. Das ganze wird mit Zeitnahme als Rennen gefahren. Es gibt 5 Kategorien: Herren, Damen, Mixed, Masters und Grandmasters. Aber das wisst ihr ja sicherlich schon.
    Bettina und ich starteten logischerweise in der Mixed-Kategorie. Unser selbst gestecktes Ziel war ankommen und nicht letzte werden.

    Etappe I: Oberammergau-Sölden 141 km, 2440 hm.

    Da wir nicht wußten wie sich Alpenpässe so anfühlen sind wir das ganze mit gemäßigtem Tempo angegangen. Ich muß zugeben, Bettina hat mich etwas zurückgepfiffen (gut so). Über den Ammersattel war noch geschmeidiges Dahinrollen angesagt, bis zum ersten großen Knaller dem Hahntennjoch. Das Ding mit 15 km Länge hatte nach oben raus so näckische 15-18% und war schon die erste richtige Prüfung. Nach der Abfahrt ging’s über Imst nach Sölden 50 km leicht ansteigend. Mit Platz 30 vom 70 Mixed-Teams in der Tageswertung waren wir dann auch sehr zufrieden.

     

    Etappe II: Söden-Brixen 127 km, 3216 hm.

    Es ging gleich nach dem Start den Berg hinauf. Timmelsjoch, mit 2500 m das Dach
    dieser Tour. Unser Tempo fahr’n war angesagt. Oben, ab ca. 1800 m hatte ich etwas mit der dünnen Luft zu kämpfen, was jedoch kein wirkliches Problem war. Dafür war die Abfahrt um so schöner. Sofort folgte der Anstieg zum Jaufenpass. Auch hier hatte ich das gleiche Problem(chen).Bettina hat das etwas besser weggesteckt. Bis nach Brixen sah es laut Streckenplan nur noch nach Abfahrt aus. Leider kamen zum Schluss noch zwei kleine Hämmerchen, die einem die restlichen Körner aus den Beinen saugten das ganze bei 37°C. Toll, dass wir uns um einen Platz in der Gesamtwertung verbessert haben.

    Etappe III: Brixen-St.Vigi 92 km, 3178 hm

    Die kürzeste Etappe stand auf dem Programm. Dafür ging es gleich mit einem 35 km
    langen Anstieg zum Würzjoch los. Bettina hatte anfangs etwas schwere Beine, die aber im laufe des Tages immer besser wurden. Nach etwas welligem Terrain folgte am Schluss der Furkelpass, eine Steile Rampe jagte die nächste (15-18%). Als Belohnung gab’s eine geile Abfahrt bis zum Zielort. Unsere schlechteste Tagesplazierung hat uns trotzdem einen Platz in der Gesamtwertung nach vorne gebracht.

    Jeantex

     

    Etappe IV: St.Vigil-Wolkenstein 121 km 3481 hm

    Kurz vor dem Start hat es geregnet. Die ersten Kilometer waren neutralisiert, bis zum Anstieg Passo Valparola. Wir hatten gute Beine und konnten sogar etwas Tempo machen. Die Zurückhaltung der ersten Tage hat sich ausgezahlt. In der folgenden Abfahrt fing es leicht an zu tröpfeln, was sich im Anstieg zum Passo Giau zu einem ausgewachsenem Schauer ausdehnte. Dieser Pass war unheimlich steil. Oben waren die Straßen wieder trocken und wir konnten die Abfahrt in vollen Zügen genießen. Die Anfahrt zum Passo Campolongo war nicht wirkich zum Ausruhen, da sehr wellig und Gegenwind. Der Pass selbst war sehr kurz und ganz gut zu fahren. Der Schlussanstieg zum Grödnerjoch hat mir nochmal alles abverlangt, Bettina musste mich kurz vor dem Gipfel noch etwas schieben, da meine Kräfte heute ziemlich am Ende waren. Ich kann daß nicht erklären, warscheinlich Hungerast uns Sauerstoffmangel. Schließlich hatten wir den Blick auf unsere Gesamtplazierung nicht verloren und haben in der Abfahrt nochmal alles gegeben. Wieder einen Platz gutgemacht.

    Etappe V: Wolkenstein – Alleghe 115 km 3184 hm

    Der Startort wurde von uns Wolkenbruch getauft. Es schüttete wie aus Eimern. An diesem Tag stand eine der landschaftlich schönsten Routen auf dem Programm – die Sellarunde. Leider haben wir nur den Asphalt und unsere Vorderradnaben sehen können ggf. noch das Hinterrad des Vordermannes, schade!
    Unsere Beine waren allerdings ganz gut. Das Sellajoch war noch gut zu fahren – inklusive Abfahrt. Der Anstieg zum Passo Fedaia war auch o.k.- die Abfahrt jedoch der Horror. Bettinas Bremsen gingen gar nicht, sodass ich ca. 5 Min. auf sie warten musste. Die Kälte gab ihr übriges dazu. Auf dem Weg zum Passo Staulanza konnten wir uns wieder warm fahren. Auf der Abfahrt war es trocken, sodass wir hier
    normales Tempo fahren konnten. Die größte Schwierigkeit stellte heute der Passo Duran dar, er ist unheimlich steil und schmal. Auf der Abfahrt fing es erneut heftig an zu regnen, sodass wir sehr verhalten durch die engen Kurven fuhren. Durch zwei schwere Unfälle verloren wir den Mut zum Risiko etwas. Das Schlussstück nach Alleghe zog sich unheimlich lange hin und ging über eine sehr stark befahrene Straße. Durch den strömenden Regen und der Spurrillen hätte man besser Wasserski fahren können. Wir waren froh, entlich im Ziel zu sein und hatten uns heute um drei Plätze verbessert. Wohl auch deswegen, weil ca. 100 Fahrer den Besenwagen aufgesucht haben.

    Etappe VI: Alleghe – Kaltern 115 km 2917 hm

    Strahlender Sonnenschein, Gott sei Dank. Die Schmerzen von gestern sind vergessen. Nach 10 Kilometer Abfahrt begann der Anstieg zum San Pellegrino. Es war sehr heiß und steil. Die Beine waren gut und wir hatten das erste mal das Gefühl richtig Radrennen zu fahren. Unsere direkten Gegner wurden belauert und nicht
    mehr weggelassen. Wieder hat es sich gelohnt, die ersten Tage ruhig zu machen. über den Karerpass rollte es fast schon geschmeidig dahin. Das nächste Hämmerchen stand schon in der Warteschleife, der Anstieg nach Deutschnofen. Ich musste unzählige Gels in mich reinschieben, um das Ding einigermaßen zu bewältigen. Das ging allerdings auch unseren Gegnern so. Bettina kam mit den ganz steilen Rampen etwas besser zurecht. Eine wunderschöne Abfahrt ins Etschtal löste in uns wahre Glücksgefühle aus. Wir wussten jedoch, dass noch zwei Anstiege folgten. Der sogenannte Coyotenpass mit seinen 1,2km nicht wirklich lang, dafür mit 20% doch ganz „nett“. Das war für uns allerdings kein Problem, da wir mental darauf vorbereitet waren. Viel schlimmer war das letzte Stück durch die Weinberge nach Kaltern. Das waren auch nochmal 8 -10 % und Heiß,es kam uns vor wie im Backofen und haben dabei unser letztes Korn verbraten. Aber: Platz 23 und alles ist gut.

    Jeantex

     

    Etappe VII: Kaltern – Riva 121 km 2616 hm

    Es ging gleich hinauf zum Mendelpass. Wir hatten das Gefühl unsere Beine werden von Tag zu Tag besser. Wir überholten schnell einige der vor uns plazierten Teams – die haben es wohl zu schnell angegangen.Es kam eine lange Abfahrt mit anschließendem Flachstück,wo wir hohes Tempo fahren konnten. Der nächste Anstieg zog sich unheimlich lang hin, aber man konnte merken, dass alle schon sehr müde waren. Durch etwas welliges Terrain folgte der letzte Ansteig Passo del Ballino, mit anschließender Abfahrt nach Riva del Garda. Die Zeitnahme erfolgte ca. 3km vor dem Ziel, sodass wir die letzten Meter richtig genießen konnten. Mit Platz 17 hatten wir die beste Tagesplazierung und Platz 23 in der Gesamtwertung war doch mehr als wir erwartet hatten.

    Auf allen Etappen waren die Straßen 1 Std. nach den Spitzenleuten gesperrt. Meist
    kamen wir bis halbzeit ca. 50-60 km inden Genuss. Dannach waren allerdings die Straßen weiterhin gesichert, sodaß wir fast immer mit vollem Tempo durch
    die Abzweigungen fahren konnten. Die Unterbringung im Camp war aus unserer sicht kein Problem, wir brauchten uns um nichts zu kümmern und
    haben meist auch gut geschlafen. Auch die Verpflegung unterwegs und das alltägliche Menu in den Etappenorten war ausgezeichnet.

    Fazit:

    Es war das Geilste was wir bisher gemacht haben. Außerdem hatten wir weder
    Reifenpannen, noch sonstige Defekte. Auch von Stürzen blieben wir verschont, was auf der V. Etappe fast schon Glück war. Also, wer ambitioniert Rad fährt sollte die Jeantex Transalp unbedingt mal ausprobieren.

    Jeantex