Hier findet ihr die Nominationen zur Wahl desder Sportlerin des Jahres 2024. In dem Jahr standen Manuela, Gunnar und Max B. zur Wahl.
Gunnar:
Als letzter Jahrgang des Wehrdienstes absolvierte Gunnar seinen Ersatzdienst an eine Förderschule. Familiär umgeben von Akademikern – Vater lehrt Soziologie, Bruder forscht interdisziplinär in der Genetik – war Gunnar praktischer veranlagt. Man kann für die Schüler den Unterschied machen, jeden Tag. Und genau das hat Gunnar begeistert. Die Entscheidung für die berufliche Laufbahn war getroffen und den gebürtigen Steinhagener zog es nach dem Abitur mit den Leistungskursen Englisch und Sport zum Studium der Sonderpädagogik nach Dortmund.
In Dortmund hat der begeisterte Mannschaftssportler und Handballer den internationalen Sport Baseball entdeckt. Mit dem Abschluss des Studiums begann dann der Arbeitsalltag; Zeit war knapp und Baseball passe. Die erste Berührung mit dem Radsport hatte Gunnar dann im Jahr 2015, der Arbeitskollege Lars Kerkhof quälte ihn mit einem alten Stahlrahmen über den Hermann. Die erste Grenzerfahrung auf zwei Rädern, der noch viele folgen sollten.
Die Form verbesserte sich rasch, und Gunnar musste sich bei Gruppenfahrten immer zurücknehmen. Als Gemeinschaftstyp fällt ihm das im Allgemeinen nicht schwer, doch ab und an – das kennen wir alle – sticht einen der Hafer, so lautet es im Pferdedeutsch. Da kam die Berührung zum Renntraining zu rechten Zeit. Von Jan Fredebeul angeworben, stand Gunnar um 18:00 an der Radrennbahn. Es wurde nicht viel gesprochen, aber schnell gefahren. Er war sofort Feuer und Flamme für dieses Format und für die Konfrontation mit stärkeren Fahrern. Folgerichtig kam der Einstieg in den Rennsport, und in den ersten Rennen wurde „Dreck gefressen“.
Mittlerweile hat Gunnar das Renntraining adoptiert. Nahezu jeden Dienstag erklärt er den Neulingen erst freundlich das Format, um ihnen dann ab dem Hollenstein auf den Zahn zu fühlen. Rennsport muss man wollen. Und Gunnar will!
Als Vater zweier Jungs, 4 und 1, bleibt wenig Zeit für weitere Hobbys. Die knappe Freizeit wird im Winter für die Zwift Racing League verwendet, und im nächsten Jahr steht Gunnar wieder bei den Amateurrennen der Region am Start. Drücken wir die Daumen für eine erste Podiumsplatzierung!
Manuela:
Manuela engagiert sich gerne. Ob in der Jugend bei den Falken oder später dann in den Sportvereinen. Sie steht für etwas ein, wenn es sie überzeugt. Sprintax überzeugt sie.
In der Jugend war Manuela eher unsportlich. Das lag weniger an der Bewegungsfreude als vielmehr an der elterlichen Prägung. In dem deutsch-italienischen Elternhaus hatte Sport keine Priorität, insbesondere der Radsport galt als zu gefährlich (für ein Mädchen). Schade, denn das erste Rennrad war bereits mit 15 in ihrem Besitz. So waren es zunächst der Frauenfußball und das Tanzen, was als Sport akzeptiert wurde. Erst am Ende des Magisterstudiums der Fächer Geschichte, Soziologie und Pädagogik kam sie endlich so richtig zum Sport. Die Wahl fiel auf das Inline-Skating: Eine Disziplin, die Technik und Kraftausdauer kombiniert. Genau das schien Ihr zu liegen und mit Fleiß und Ehrgeiz stellten sich schnell Erfolge ein. Auf ihr Palmares ist sie stolz, insbesondere auf die drei Treppchen bei den deutschen Meisterschaften.
Zum Radsport kam Manuela dann 2008. Erst als Ergänzungstraining für die langen Skate-distanzen Marathon und Doppelmarathon, gefiel ihr die höhere Flexibilität – stellt Speed-skaten doch hohe Anforderungen an die Trainingsstrecken. Angetan haben es Manuela die langen Strecken. Nicht mehr leistungssportlich unterwegs, steht der Streckengenuss im Vordergrund. Insbesondere Bimbach besucht sie in jedem Jahr mit Begeisterung. Nach einem blöden Sturz und einer langen Auszeit 2017/2018 war eines ihrer Highlights das Stilfserjoch 2019. Ende 2012 haben sich Norbert und Manuela Sprintax angeschlossen, dem Ausrichter ihres RTF-Debüts 2009. Der Vorstand des Vereins wird langjährig durch sie bereichert.
Was bringen die nächsten Jahre für Manuela (jetzt bereits eine der ältesten aktiven Sportlerinnen bei Sprintax) sportlich? Im letzten Jahr haben Manuela und Norbert das Wandern für sich entdeckt: 5 Tage wurden in diesem Jahr die Dolomiten von Hütte zu Hütte bewandert, im nächsten Jahr folgt der Dolorama-Höhenweg. Da liegt auch das Bikepacking als Ziel nicht mehr fern. Demnächst steht die Via Claudia Augusta auf dem Plan, 752 km von Donauwörth bis Venedig. Wünschen wir Manuela und Norbert eine pannenfreie Reise.
Max B.:
Max ist ein erfolgreicher Mensch. Nach dem Studium hat Max mit 30 seine Stelle als Oberarzt der Urologie im Johannisstift angetreten. Umfassend interessiert, zur Auswahl standen unter anderem auch Mathematik und Physik, ist Max seinem Vater in den Beruf des Arztes gefolgt. Max nutze zusammen mit seinem Bruder, ebenfalls in Freiburger Student, das Freiburger Umfeld zum rumrollen. In der Jugend waren seine Sportarten Tennis und Fußball, so waren seine ersten Versuche im Radsport weniger ambitioniert und eher Ausgleich zum Alltag als Student bzw. später Assistenzarzt.
Aber Max ist eben ein ehrgeiziger Typ, und mit spezifischem Training hat sich schnell gezeigt, dass Max ein Talent für den Radsport besitzt. Dabei liegen ihm besonders die langen Distanzen, am liebsten mit hohen Bergen. Nach 3 Anläufen in den Jahren 21-23 gelang ihm in diesem Jahr eine 7:33 auf der verlängerten Strecke, was ihn um die Verlängerung bereinigt in die Regionen von Kai-Uwe rückt. Als Vorbereitung für den Ötztaler wurde quasi nebenbei mit Anna der 2. Platz bei der Mixed Wertung der Trans Alp eingefahren. Aber auch bei Rundstrecken Rennen macht Max eine anständigen Figur. Bei den Westfalenmeisterschaften auf der anspruchsvollen Strecke bei Neuenbeken konnte er sich gut im Feld behaupten, und dass obwohl Position fahren ihm nicht wirklich im Blut liegt.
Was ist im nächsten Jahr. Stärke weckt Begehrlichkeiten. David hat Max als einen von 10 Fahrern für das RACE Team von Plasmatreat – RTS Electronic angeheuert. Da tummelt er sich mit Fahrern wie Daniel Pechtl oder Thomas Gschnitzer. Eines der Highlights ist die Teilnahme an der Trans Alp zusammen mit Daniel Pechtl und dem Angriff auf das Podium der Herren Wertung. Und sicher wird Max auch wieder eine Familientour mit Vater und Bruder angehen.